Ostdeutsche Staatsbürger, vielleicht bestärkt durch Vereinigungen wie "Solidarnosz", 1980, haben mit ihrem zugespitzten Auftreten nicht nur die innerdeutschen Verhältnisse radikal verändert, sondern das politische Parfum in der ganzen Welt. Der Prozess ist nicht abgeschlossen, in Europa und anderen Kontinenten beobachten wir Bürgerbewegungen, die noch weit von ihren Zielen entfernt scheinen.
Ein Denkmal, dass an Freiheitsbewegungen der Vergangenheit erinnern soll, kommt um die Veranschaulichung ähnlicher Strömungen der Zukunft nicht herum. Das bedeutet, ein endliches, fertiges Denkmal wird der Bewegung vom "Herbst 1989" nicht unbedingt gerecht.
Das Denkmal kann so ausgestattet werden, dass die Geschehnisse vom Herbst 1989 mit der zeitlichen Umgebung und rückblickend auf ähnlich ambitionierte Begehren für Besucherinnen und Besucher anschaulich dargestellt werden; es kann so angelegt sein, dass künftige Ereignisse, die wir noch nicht kennen, beizeiten, und wenn es Jahrzehnte dauert, hinzugefügt werden können, also in den "Olymp der friedlichen Ereignisse" aufgenommen werden. Vielleicht im Sinne von Chris Reinecke, Malerin: "Das Bild (Denkmal) alleine ist nichts. Es ist eine Tür, die zu einer anderen Tür führt.
Das begehbare Denkmal, eine Brücke, überwindet weder ein Landschaftstal, noch einen Flußlauf oder architektonische Eigenarten. Die tragenden Elemente des Brückenkörpers stehen an allen Punkten auf gleichem Niveau, überwunden werden eher Grenzen oder ein trennendes System.
Die Brücke ist eine symbolische Architektur, oberhalb wie unterhalb benutzbar, bestehend aus Treppenstufen, 7 Plateaus, Würdigungsflächen, Info- und Sanitärbereichen. Die Stufenbreite beläuft sich zwischen 5,5 m - 8 m, die Länge des Weges ca. 110 m und der höchste begehbare Punkt etwa 15 m (5-stöckiges Wohnhaus). Die Bodenfläche bietet Raum für Versammlungen, Kundgebungen etc.
Die erhalten gebliebenen und unter Denkmalschutz stehenden Bodenplatten, aus der Zeit des Kaiser-Wilhelm-Denkmals, werden von der Brücke nicht tangiert und bleiben sichtbar bzw. begehbar. Die Brücke bespielt nur den ehemaligen Kolonnadenteil des alten Monuments. Die mittig angelegte Betonplatte, der Platz des einstigen Reiter-/Kaiserstandbildes, wird zu einem Textfeld, bestehend aus 6 in mehreren Sprachen beschrifteten Stelen; eine 7. Stele (in der Mitte) zeigt das nicht mehr vorhandene Denkmal.